4    Material und Methoden

4.1    Probenahme und -lagerung

Vom 24.6. bis 17.7.98 wurden im Zulauf der Kläranlage Kappe Wasserproben entnommen. Die Probenahme erfolgte mithilfe eines automatischen Probenehmers der Firma Bühler, der auf 4 °C temperiert war.

Während der ersten Meßreihe vom 24.6. bis 3.7. wurde jede halbe Stunde eine Probe von ca. 70 ml genommen. Die Proben wurden in 2 l-Flaschen zu 12 h-Mischproben zusammengefaßt. Auch in der zweiten Meßreihe vom 6.7. bis 17.7. erfolgte die Befüllung im halbstündigen Rhythmus. Die Probemenge belief sich hier jedoch auf jeweils ca. 200 ml, und die Probeflasche wurde alle 4 Stunden gewechselt (Abb. 4-1).

Abb. 4-1: Probenahme und -intervalle im Zulauf

Da das anfallende Abwasser der Kläranlage nicht kontinuierlich im freien Gefälle zufließt, sondern zunächst in einer Pumpstation im Ort gesammelt und von dort in Pumpstößen zu je 1 m3 zur Kläranlage befördert wird, mußte ein Vorlagebehälter für den Probenehmer installiert werden, der klein genug war, um sicherzustellen, daß der Inhalt bei jedem Pumpstoß vollständig ausgetauscht wurde, und groß genug, um für jede Probenahme einen ausreichenden Vorrat zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurde an der Mündung des Zulaufrohres ein 10 l-Eimer angebracht, der das zufließende Abwasser auffing und gleichzeitig davon ausgespült wurde (Abb. 4-2).

Abb. 4-2: Auffangeimer für die Probenahme im Zulauf

Es ist anzumerken, daß auch auf diese Weise eine gewisse Ungenauigkeit der Probenahme nicht zu vermeiden war. Da die Probenahme nicht ereignisabhängig erfolgte und der Wechsel einer Probeflasche nicht gleichzeitig mit einem neuen Pumpstoß einherging, enthielten die für einen bestimmten Zeitraum geltenden Mischproben folglich bis zur Ankunft eines neuen Pumpstoßes auch eine nicht näher definierbare Anzahl von Proben aus Abwasser, das der Anlage bereits im vorangegangenen Intervall zugeflossen war. Dies ist besonders für die Nachtstunden von Bedeutung, da hier davon auszugehen ist, daß zwischen zwei Pumpstößen mehrere Stunden liegen konnten. Für die Mischproben, die am Tage gezogen wurden, kann angenommen werden, daß sie nicht mehr als 1-2 Proben des vorangegangenen Intervalls enthielten.

Um einen Anhaltspunkt für die Reinigungsleistung der Vorklärung zu gewinnen, wurden dem Ablauf der Vorklärung in der Meßkampagne nach dem Umbau der Kläranlage Stichproben entnommen. Die Probenahme erstreckte sich über den Zeitraum vom 15.10. bis 10.12.98 und erfolgte zwischen 12 und 15 Uhr. Dabei wurde je eine Probe zu Beginn und eine am Ende eines Pumpstoßes genommen, um Kurzschlußströmungen zwischen Zu- und Ablauf der Vorklärung zu erfassen.

Gleichzeitig mit der Probenahme im Ablauf der Vorklärung wurde auch der Belebtschlamm und der Ablauf des SBR-Beckens beprobt. Die Proben wurden in Abständen von 3-7 Tagen jeweils einmal täglich entnommen. Die Probenahme des Belebtschlammes geschah jeweils bei maximalem Wasserstand - also kurz vor Beginn der Absetzphase.

Die Proben wurden nach Abholung und Transport ins Labor mit konzentrierter Schwefelsäure bis auf pH 2 angesäuert und eingefroren, wenn sie nicht am Folgetag analysiert wurden. Für diesen Fall wurden sie lediglich im Kühlschrank gelagert.



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