5.3.2    Absetzverhalten

Von den Sauerstoffverhältnissen unbeschadet wurden die Absetzversuche durchgeführt. Aufgrund des anfänglichen Schlammwachstums konnte das Schlammabsetzverhalten für verschiedene Schlammkonzentrationen untersucht werden. Die Ergebnisse der Absetzversuche sind in Abb. 5-12 wiedergegeben.

Abb. 5-12: Schlammabsetzverhalten in Kappe
 

Abb. 5-13: Schlammabsetzverhalten in Zehdenick

Wie in Abschnitt 2.2.1 beschrieben, senkt sich der Schlammspiegel mit zunehmender Schlammkonzentration langsamer ab. So wurde am 5.11. bei einem VSV von 240 ml/l eine Absetzgeschwindigkeit in der linearen Absetzphase von 1,94 m/h gemessen. Am 3.12. dagegen betrug die Absetzgeschwindigkeit bei VSV = 400 ml/l nur noch 0,87 m/h. Die jeweils nach einer Stunde gemessenen Schlammspiegelhöhen differieren infolgedessen sehr stark. Je nach Konzentration und Schlammindex senkte sich der Schlammspiegel in dieser Zeitspanne um 0,71-1,44 m.

Die vier Kurvenverläufe mit gleichem Vergleichsschlammvolumen (16.11. - 3.12.) weisen hinsichtlich der Sinkgeschwindigkeit wiederum eine starke Ähnlichkeit auf. Im Kurvenverlauf auftretende stärkere Ungleichmäßigkeiten sind auf Pumpstöße während der Absetzphase zurückzuführen, die wegen der Einleitung des vorgeklärten Abwassers an der Beckensohle eine Aufwirbelung des Schlammes verursachten.

Weiterhin ist zu beobachten, daß neben dem VSV auch der Feststoffgehalt bei dem Absetzverhalten von Belebtschlamm eine Rolle spielt. So sank der Schlammspiegel am 16.11. schneller als an den folgenden drei Meßtagen, an denen der Belebtschlamm das gleiche Volumen, aber einen höheren TS-Gehalt besaß. Das gleiche Phänomen macht sich bei einem Vergleich der Sinkgeschwindigkeiten am 26.10. und am 10.12. bemerkbar. Auch hier ist bei gleichem Schlammvolumen und höherem TS-Gehalt eine verringerte Sinkgeschwindigkeit festzustellen.

Die in der Kläranlage Zehdenick durchgeführten Vergleichsmessungen sind in Abb. 5-13 dargestellt. Wegen der größeren Beckentiefe war bei Beendigung der Absetzversuche auch nach 85 min die lineare Absetzphase noch nicht abgeschlossen, während in Kappe die Übergangsphase - abhängig von der Schlammkonzentration - teilweise bereits nach 40 min erreicht wurde.

Die Sinkgeschwindigkeiten und TS-Gehalte sind mit den in Kappe zwischen dem 16.11. und dem 3.12. gemessenen vergleichbar. Die Sinkgeschwindigkeiten liegen zwischen 0,80 und 0,92 m/h. VSV und ISV weisen dagegen deutlich höhere Werte auf, wobei für zwei Messungen bezüglich des VSV nur Näherungswerte angegeben werden können, da die Bestimmung dieses Parameters am jeweiligen Zeitpunkt der Absetzversuche bereits 1-2 Tage zurücklag. Es errechnen sich Schlammindices von 120-130 ml/g; die Differenz zu den in Kappe gefundenen Werten beträgt somit 20-60 ml/g.

Entsprechend der sich wenig verändernden Schlammkonzentration liegen auch die Absetzkurven nahe beieinander. Eine gewisse Schwankungsbreite ergibt sich durch das relativ große Beckenvolumen von ca. 3000 m3: Mit zunehmender Beckengröße unterliegt die Zeitspanne für die Beruhigung des Abwasser-Schlamm-Gemisches zu Beginn der Sedimentationsphase größeren Schwankungen. Außerdem erhöht sich der Windeinfluß auf das Absetzverhalten bei zunehmender Beckenoberfläche durch Verursachung von Wellen und daraus resultierenden Strömungen.


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